Die Luxemburger Saatbaugenossenschaft (L.S.G.) wurde im Jahre 1960 gegründet. Im August 1963 nahm die neu errichtete Saatgutstation im Agrocenter in Mersch den Betrieb auf. Seit ihrer Gründung haben die L.S.G. und ihre Saatguterzeuger wertvolle Arbeit im Dienste der einheimischen Landwirtschaft geleistet.
Die eigenständige Genossenschaft beschäftigt sich mit der Vermehrung und Vermarktung von Saatgetreide, Bohnen und Erbsen. Daneben wird aber auch noch der Verkauf von Klee, Gras, Gräsermischungen, Rasenmischungen, Raps, Mais und Zwischenfrüchten getätigt.
Die L.S.G. wird von einem Vorstand (7 gewählte Vertreter) und einem Aufsichtsrat (3 gewählte Vertreter) geleitet. Die Belegschaft setzt sich aus 10 Mitarbeitern zusammen.
Die Einlagerung, Aufbereitung, Beizung und Versackung des Saatgetreides geschieht in der eigens hierfür eingerichteten Saatgutstation in Mersch. Unter den ca. 90 Vermehrungsbetrieben von Saatgetreide gibt es rund 95 % konventionelle und 5 % BIO-Betriebe. Der Schwerpunkt der Erzeugung liegt im Norden und im Zentrum des Landes. Die Anerkennungsfläche liegt bei ca. 2.100 ha, was eine Gesamtproduktion von ca. 12.000 to. Bruttoware ergibt, welche zu ca. 80 % in Nettoware verarbeitet werden konnte.
Stets an den Bedürfnissen der Luxemburger Landwirtschaft orientiert, werden immer mehrere Sorten der verschiedenen Getreidearten, wie Wintergerste, Winterweizen, Dinkel, Triticale, Winterroggen, Sommergerste, Sommerhafer, Sommerweizen, sowie Bohnen und Erbsen erzeugt.
Der Großteil der Erzeugung wird in Luxemburg über den Landhandel abgesetzt, während der Exportanteil, je nach Anfragen und/oder Vorkontakten zwischen 20 und 40 % betragen kann.

Die L.S.G. ist darauf bedacht, nur Qualitätssaatgut zu erzeugen, wie z.B. für den integrierten kontrollierten Brotweizenanbau, den integrierten kontrollierten Braugerstenanbau, usw. Die Erzeugung geschieht im Einvernehmen mit den jeweiligen Züchtern und der in Luxemburg zugelassenen und eingetragenen Sorten. Diese Sorten werden nach einer 3-jährigen Prüfung auf offiziellen Versuchsfeldern von der Sortenkommission in die nationale Sortenliste eingetragen und somit zur Vermehrung und zum Anbau freigegeben.
Von der Planung der Erzeugung bis hin zur Ablieferung der Ernte erhalten die Vermehrer eine technische Assistenz durch die Luxemburger Saatbaugenossenschaft.

Der enge Kontakt zum Landhandel und zur verbrauchenden Landwirtschaft, verbunden mit einer vorzüglichen Qualität des Saatguts und einer vernünftigen Preispolitik, haben wesentlich dazu beigetragen, dass der Saatgutwechsel in Luxemburg über 90 % liegt. Dieser Saatgutwechsel ist einer der höchsten in der Europäischen Union.
Die L.S.G. ist GMP+ B2 zertifiziert.